CGL – Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur Aktuelles & Termine
Wiedersehen mit Kamel Louafi beim Jubiläum zu 25 Jahren Expo Hannover

Wiedersehen mit Kamel Louafi beim Jubiläum zu 25 Jahren Expo Hannover

© Kamel Louafi

Wenn die Stadt Hannover in wenigen Monaten die Eröffnung der Weltausstellung in Hannover vor 25 Jahren feiert, ist auch der internationale Landschaftsarchitekt Kamel Louafi mit dabei. Er erinnert sich selbst noch gut daran, wie ihn die Expo 2000 unter dem Leitthema „Mensch, Natur, Technik – Eine neue Welt entsteht“ von jetzt auf gleich zum Star seiner Disziplin machte. Denn Louafi  hatte – für ihn selbst überraschend – den Zuschlag für die Gärten bei den Pavillons und ausgedehnte Flächen darüber hinaus erhalten und erfolgreich umgesetzt. Der später „Gärten im Wandel“ bezeichnete Kern seiner damaligen Anlagen umfasst allein 36.000 m2, der Expo Park Süd 500.000 und der Parc Agricole 560.000 m2. 

Am Sonntag, den 1. Juni 2025, will Louafi von 12:00 Uhr an Interessierte auf dem Messe-Gelände in diese Arbeiten einführen. Seine dreistündige Tour ist Teil des bunten, facettenreichen #Expo2000Revisited-Programms  am Jubiläumswochenende im Expo Park Hannover, das sich die Stadt und einige andere Veranstalter für den Rückblick leisten. Die Expo 2000 war die erste Weltausstellung in Deutschland und nach den Worten von Oberbürgermeister Belit Onay „ein Meilenstein für Hannover“. Und Louafi hatte aus dem Nichts eine Mammutaufgabe gestemmt.  

Die Werke des mit vielen Preisen ausgezeichneten, in Algerien geborenen Landschaftsarchitekten sind anlässlich des geplanten Großevents auch in einer Sonderschau kennenzulernen: Im Rathaus zeigt er vom 25. April bis 17. Mai seine Wanderausstellung „Orient trifft Okzident“. Sie präsentiert verwirklichte Projekte von 30 Jahren aus der Perspektive eines Weltbürgers und bringt sie mit Fotografien und Statements zu ihrer Entstehungsgeschichte zusammen (Vernissage: ab 15:00 Uhr). 

Angebot für Studierende am 8. Mai 2026

Viele der Gestaltungen werden den Besucher:innen bekannt vorkommen, denn den überwiegenden Teil davon realisierte Louafi nach eigenen Worten auf mehreren hunderttausend Quadratmetern in der niedersächsischen Landeshauptstadt. So geht der 7.000 m2 umfassende Trammplatz vor dem kaiserzeitlichen Gebäude mit einem Bodenmosaik in floraler Musterung aus weißem Granit und schwarzem Basalt auf seinen Entwurf zurück. Louafi schuf unter anderem auch die ornamentalen Anlagen – die Arabesques – des Opernplatzes für eine neue urbane Raumqualität und er gestaltete den alten Welfengarten am Schloss als Teil des Universitätscampus‘ neu (zusammen mit Dörte Eggert-Heerdegen). 

Prof. Dr. Martin Prominski vom Institut für Freiraumentwicklung der LUH plant eine Exkursion oder einen Stegreif mit Studierenden am Freitag, den 8. Mai 2026. In Begleitung von Louafi wird mancher seiner hannoverschen Gärten zum Diskussionsthema. Ein Besuch der Ausstellung im Bürgersaal des Rathauses und eine Fragerunde zur Lebensleistung des Landschaftsgestalters, der er in seinem Beruf allein auf Wettbewerbe setzte, schließen sich daran an. Materialien zu Louafis Projekten können übrigens jederzeit gesichtet werden, denn Louafi hatte sie als ‚Vorlass‘ schon vor Jahren dem Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) übergeben. Sie sind nun im Besitz der Technischen Informationsbibliothek Hannover und stehen der Forschung zur Verfügung.