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Einladung zum Vortrag: Ursula Kellners Biographie zu Heinrich Friedrich Wiepking – Gartenarchitekt, Landschaftsgestalter, Hochschullehrer

Einladung zum Vortrag: Ursula Kellners Biographie zu Heinrich Friedrich Wiepking – Gartenarchitekt, Landschaftsgestalter, Hochschullehrer

© Karin Wallner / CGL

Vor wenigen Wochen ist Dr. Ursula Kellners Biographie über Heinrich Friedrich Wiepking erschienen. Am Montag, den 1. Juni 2026, ab 18:00 Uhr, hält sie den ersten Vortrag über den umstrittenen Schöpfer denkmalwürdiger Gärten, den exponierten NS-Landschaftsplaner und Hochschullehrer, dessen Gedankengut bis in die Umweltbewegung der Nachkriegszeit reicht. Das Buch folgt auf ihre Dissertation von 1998, damals die erste umfassende Beschäftigung mit Wiepking, und legt eine Neubewertung mancher Sachverhalte vor. Das Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) lädt herzlich zur Präsentation der Publikation ein, die die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen gefördert hat. 

 Ein Leben zwischen Grün und Braun. Heinrich Friedrich Wiepking. Gartenarchitekt – Landschaftsplaner – Hochschullehrer 1891–1973“ beschreibt kritisch die Karriere eines Mannes, der mehr als 50 Jahre lang als Garten- und Landschaftsarchitekt sowie Pädagoge wirkte und bruchlos in drei Gesellschafts- und Politiksystemen reüssieren konnte: in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Deutschland. 

Wiepking plante seit den 1920er Jahren für namhafte Auftraggeber Gärten und Grünanlagen und wurde unter den Nationalsozialisten auch Hochschullehrer. Von 1934 an prägte er in dieser Rolle maßgeblich die akademische Ausbildung seines Fachs. Trotz der Nähe zur NS-Ideologie und der späteren Mitarbeit im Planungsapparat Heinrich Himmlers bei der Neuordnung annektierter polnischer Gebiete (‚Deutsche Ostgebiete‘) gelang es Wiepking, unmittelbar nach Kriegsende eine Gartenbauhochschule in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu gründen. Sie ging 1952 in der Leibniz Universität Hannover auf. 

Karriere in drei Systemen

Das unbeschadete Fortsetzen seiner Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg war nach Meinung Kellners vor allem möglich, weil er die durchgehend positive Assoziation von »Natur« und »Grün« für seine Karriere zu nutzen wusste. Die Autorin legte für ihr im Wallstein Verlag veröffentlichtes Buch ein „besonders Augenmerk (…) auf die Lehre Wiepkings“ und die Folgen. In ihr zeige sich, „wie verschwommen die Grenze zwischen Grün und Braun ist“. Eine Aufarbeitung der ambivalenten Haltung und ihrer Auswirkungen habe gefehlt.  

Durch unermüdlichen Einsatz hatte Wiepking auch bedeutenden Einfluss auf die Grünpolitik in der Bundesrepublik gewonnen. Erst Anfang der 1970er Jahre setzte die Diskussion um sein Wirken in der NS-Zeit ein. Die Biografie, die sich auf teilweise vorher nicht verfügbare Quellen stützt, zeichnet auch Wiepkings gestalterisches Werk im historischen Kontext ausführlich nach. In vielen Fällen sind seine Gärten heute als denkmalwürdig anerkannt. 

Dr. rer. hort Ursula Kellner, geb. 1952, ist freiberufliche Fachjournalistin und -lektorin. Nach einem Studium der Landespflege an der TU Hannover mit den Schwerpunkten Grünplanung und Gartenkunstgeschichte arbeitete sie in zahlreichen Forschungsprojekten zu unterschiedlichen Themen, war zehn Jahre lang Redaktionsleiterin der Zeitschrift "Stadt + Grün", veröffentlichte Buchbeiträge und Artikel in Fachzeitschriften und übernahm von 2010 bis 2024 Lehraufträge am Institut für Landschaftsarchitektur der Leibniz Universität Hannover. 

Zeit:       1. Juni 2026, 18:00 Uhr 

Ort:         KiKa-Hörsaal, Institut für Landschaftsarchitektur
                 Herrenhäuser Str. 2A
                 30419 Hannover 

Eintritt: frei, bitte wegen des anschließenden Umtrunks anmelden bei 
                 elisabeth.weymann@ila.uni-hannover.de