Im Göttinger Wallstein Verlag erscheint demnächst die lange erwartete Monografie von Dr. Ursula Kellner über Heinrich Friedrich Wiepking. Wiepking (1891–1973) war Schöpfer denkmalwürdiger Gärten, exponierter NS-Landschaftsplaner und Hochschullehrer, dessen Gedankengut bis in die Umweltbewegung hineinreicht. Mehr als 50 Jahre lang hat Heinrich Friedrich Wiepking als Garten- und Landschaftsarchitekt gewirkt. Seit den 1920er Jahren plante er für namhafte Auftraggeber Gärten und Grünanlagen; seit 1934 prägte er als Hochschullehrer die akademische Ausbildung in seinem Fach maßgeblich und vermittelte seine Ideen an seine Studierenden weiter.
Trotz seiner Mitarbeit im Planungsapparat Heinrich Himmlers, eines der Hauptverantwortlichen des Holocaust, und der Nähe zur NS-Ideologie gelang es ihm, unmittelbar nach Kriegsende, die Gartenbauhochschule Hannover zu gründen. Durch seinen unermüdlichen Einsatz gewann er bedeutenden Einfluss auf die Grünpolitik in der Bundesrepublik.
Damit ist Wiepking ein typischer Vertreter der Generation von Fachleuten, die ihre berufliche Karriere über drei gesellschaftlich-politische Umbrüche hinweg unbeschadet fortsetzen konnten. Dies war vor allem möglich, weil er die durchgehend positive Konnotation von »Natur« und »Grün« zu nutzen wusste. Erst Anfang der 1970er Jahre setzte die Diskussion um sein Wirken in der NS-Zeit ein. Die Biografie, die sich auf die Auswertung von teilweise bisher nicht verfügbaren Quellen stützt, zeichnet Wiepkings Leben, Lehre und sein gestalterisches Werk, das in vielen Fällen heute als denkmalwürdig anerkannt ist, im historischen Kontext nach.
Die Autorin Dr. rer. hort. Ursula Kellner, geb. 1952, hatte sich bereits in ihrer Doktorarbeit mit Wiepking auseinandergesetzt (1998). Sie ist freiberufliche Fachjournalistin und -lektorin. Nach einem Studium der Landespflege an der TU Hannover mit den Schwerpunkten Grünplanung und Gartenkunstgeschichte arbeitete sie in zahlreichen Forschungsprojekten zu unterschiedlichen Themen, war zehn Jahre lang Redaktionsleiterin der Zeitschrift "Stadt + Grün" und übernahm von 2010 bis 2024 Lehraufträge am Institut für Landschaftsarchitektur der Leibniz Universität Hannover. Ihre Veröffentlichungen, Buchbeiträge und Artikel in Fachzeitschriften, decken ein breites Spektrum aktueller und gartenkunsthistorischer Themen ab.
"Ein Leben zwischen Grün und Braun ..." ist voraussichtlich lieferbar ab dem 10. April 2026. Das Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) freut sich, Frau Dr. Kellner noch im Frühjahr zu einem Vortrag einladen zu können. Ein Termin dafür wird bekannt gegeben.