CGL – Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur Aktuelles & Termine
Blick zurück und nach vorne – Neue Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten

Blick zurück und nach vorne – Neue Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten

© Werner Schierenbeck
Das Rittergut Altluneberg in Schiffdorf-Wehdel / Landkreis Cuxhaven

Inken Formann, Professorin im Lehr- und Forschungsgebiet Geschichte der Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege an der LUH, und die Niedersächsische Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten wollen sich künftig gegenseitig unterstützen. Vereinbart wurde bei einem Gespräch am Institut für Landschaftsarchitektur, den Studierenden, wenn möglich, verschiedene Angebote im Curriculum in den von der Gesellschaft geförderten Gärten, Parks und Alleen als Zeugnisse regionaler Gartenkultur zu machen. Auch die Bestände einer Garten-Bibliothek im Hardenbergschen Haus am Großen Garten in Herrenhausen sollen weiter erschlossen und mit der Büchersammlung im neuen „Forschungslabor Gartenerbe“ am Institut verbunden werden. Die Bibliothek ist Nachlass von Ursula Gräfin von Dohna (1922–2023), ehemals 1. Vorsitzende der Gesellschaft und Dozentin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Seit mehr als 30 Jahren erforscht die Gesellschaft die Geschichte von gefährdeten Gartenanlagen unterschiedlichen Typs, darunter Rittergüter, Schloss- und Gutsparks, Klosteranlagen, Villen- oder Pfarrgärten, und sorgt als Interessensvertretung für öffentliche Aufmerksamkeit. Diesen größtenteils privaten Besitz kann man – eine Mitgliedschaft im Verein vorausgesetzt – bei jährlich stattfindenden Exkursionen kennenlernen. Ihre Gründung hatte einst Prof. Dr. Dieter Hennebo (1923–2007) angeregt, der an der LUH die Gartendenkmalpflege als akademische Disziplin auf- und ausbaute. Seit 1997 ist der Gesellschaft die „Stiftung Historische Gärten in Niedersachsen“ zur Seite gestellt, die aus einer Spendenkasse Regenerierungen und Restaurierungsmaßnahmen in den Gärten und Parks mit Zuschüssen auf den Weg bringt. Dietrich Freiherr von Hake und Claudia von Heimburg als Vertreter:in des Vorstands werben derzeit für neue Anträge.

Literatur zu niedersächsischen Gärten im “Forschungslabor Gartenerbe”

Neben Festschriften zum Wirken von Gesellschaft und Stiftung verweist eine wichtige Buchpublikation auf kulturgeschichtlich bedeutsame Gärten in Niedersachsen und die Bemühungen, sie zu pflegen und zu erhalten. Zu nennen ist der Katalog zu einer Landesausstellung, für die im Jahr 2000 die Niedersächsische Gesellschaft zur Erhaltung historischer Gärten e.V., der Heimatbund Niedersachsen e.V., das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege sowie das damals noch Institut für Grünplanung und Gartenarchitektur genannte Fachgebiet an der LUH zusammenarbeiteten. Nach ihrer Eröffnung im Landtag zu Hannover wurde sie in drei Jahren an weiteren Stationen gezeigt. Der von Rainer Schomann und Urs Boeck bearbeitete, reich bebilderte Katalog ist bis heute ein grundlegender Einstieg in die Materie. Ein Exemplar befindet sich in den Beständen des Forschungslabors Gartenerbe und kann für das Studium eingesehen werden.