Das Projekt „Bildung in historischen Gärten“ am Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) geht in seine finale Phase. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DB) finanzierte mehrjährige Vorhaben soll im September abgeschlossen sein und die Forschungsergebnisse auf einer Webpage darstellen. Beim 1. Netzwerktreffen von Bildungsakteur:innen in der vergangenen Woche (5.-7. März) an der Leibniz Universität Hannover präsentierte Projektleiterin Bianca Kircher-Limburg vorläufige Resultate. In der Zielsetzung der internationalen Initiative (Deutschland, Österreich, Schweiz), die in breitem Maßstab Erfahrungswissen zusammenträgt, war der Workshop an sich bereits ein Erfolg: Die Teilnehmenden wollen zukünftig im Dialog bleiben, sich gegenseitig stärken und als Gemeinschaft ihre jeweiligen Angebote verbessern. Drei Professorinnen der LUH, Inken Formann, Anke Seegert und Bettina Oppermann begleiteten den Austausch.
Gärten als Lernorte - Umwelt- und Naturerfahrung
Ziel des Forschungs- und Dialogvorhabens ist es, die für das gartenkulturelle Erbe praktizierten Angebote der Bildung, Vermittlung und Bewusstseinsförderung zu ermitteln und zu evaluieren. Es hat insbesondere den Schutz von Kulturerbe und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen im Blick. Dafür wurden Kontakte zu Bildungsakteur:innen in deutschen Schlösserverwaltungen, kommunalen Gärten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Vereinen, Museen und zu anderen Trägern hergestellt. Nach den Worten von Constanze Fuhrmann, zuständig für das Fachreferat „Umwelt und Kulturgüterschutz“ bei der DBU, sind Gärten wichtige Lernorte, die Natur und Geschichte verbinden. „Dort gibt es enormes Potential für Zukunftsfragen.“ Das Projekt adressiere auch eine Lücke, denn man wisse nicht, wie Bildungsangebote wirken und welche gesellschaftlich nötig seien.
Die Zusammenkunft am Standort Herrenhausen mit Exkursionen in die Gärten gab den rund 25 Teilnehmenden Gelegenheit des Kennenlernens, ihre eigenen Projekte zu reflektieren, und dazu, Probleme und Chancen zu erörtern. Als kommende Aufgaben sah man unter anderem innovative Vermittlungsmethoden, Teilhabe unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, Inklusion von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie Fragestellungen zu Demokratie-Aspekten. Manche Ergebnisse der Studie nahm Kircher-Limburg bereits vorweg: Die Bildungsakteur:innen seien in der Mehrzahl weiblich, studiert und als Quereinsteigerinnen im Beruf. Alle verbinde Leidenschaft für das pädagogische Potenzial ihrer Arbeit, deren Themen sehr vielfältig seien und sich vor allem an Kindergärten, Grundschulen und 8.-11. Klassen richten. Die bisher geführten Interviews geben bereits einen guten Einblick, der Hypothesen ermögliche. Bis zum Abschluss von „Bildung in historischen Gärten“ würden jedoch noch weitere Einrichtungen befragt.